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recreate | ein Dreamival

Nähern wir uns aktuellen Themen aus der Perspektive des Träumens!

Logo recreate. 2024, 25 Jahre

Mit VERZEIHEN KÖNNEN,
dem TRAUM, verzeihen zu können,
begeht „recreate 2024 | ein Dreamival“ von 14. bis 17. August 2024 sein 25. Veranstaltungsjahr.

Mit feierlichen Begrüßungen durch Vertreter von Stadt, Land, Bund, Worten der Erinnerung an die vergangenen 25 Jahre und dem European Music Project, das das ikonische Werk Quatuor pour la fin du temps von Olivier Messiaen spielen wird, eröffnen wir am Mittwoch, 14.8.2024 unser viertes Dreamival.

In den folgenden Tagen werden Anne Bennent, Florian Krumpöck, Antonis Anissegos, Matthias Strolz, Ramona Kasheer und die John Lennon Tribute-Band bei uns im Schlosstheater Weitra mit reichen und intensiven Programmen zu Gast sein.

Träumen Sie mit uns den Traum VERZEIHEN KÖNNEN!

Johannes Wohlgenannt
Intendant

Editorial 2024 – 25 Jahre recreate

Sehr geehrtes Publikum,
liebe Freunde und Freundinnen von recreate | ein Dreamival!

Die Kulturinitiative recreate wird heuer 25 Jahre alt. Zur Eröffnung der Jubiläumsveranstaltung des heurigen Dreamivals wird es einen festlichen Rahmen geben, in dem Vertreter der Gemeinde, des Landes und des Bundes eingeladen sind, Begrüßungsworte zu sprechen. Außerdem möchte ich Rückschau halten und zur Entwicklung von recreate und ihren Höhepunkten in den letzten zweieinhalb Jahrzehnten sprechen.

Ich freue mich besonders darüber, dass wir wieder großartige, spannende KünstlerInnen für die heurige Ausgabe des Dreamivals gewinnen konnten.

Wie auch in vergangenen Jahren, hat mich in der Auswahl und Gestaltung des Programmes ein Leitgedanke begleitet. Heuer stellen wir uns dem Traum: VERZEIHEN KÖNNEN.

Die Ereignisse in der Welt, in der ganz kleinen und in der großen, verursachen so viel Unverzeihliches. Wie kann man mit diesen Verletzungen umgehen? Es gibt Zeugnisse vieler Menschen, die Antworten dazu gefunden haben. Einige wenige davon haben wir in das Programm nehmen können.

25 Jahre ist ein weiter Zeitraum. Das wird mir besonders bewusst, wenn ich geschichtliche Ereignisse der Jahre kurz vor und um 2000 in Erinnerung rufe. Es ist sehr auffällig, von wie vielen Zeichen der Hoffnung, Öffnung, ja sogar der Versöhnung wir damals getragen waren. Weltweit.

Österreich, seit 1995 bei der EU, fand sich in einem „grenzfreien“ Europa. Dieses neue Freiheitsgefühl wurde wohl durch die Einführung des Euro 2002 noch verstärkt. Hier im Waldviertel erlebten wir die Auswirkungen des Falls des Eisernen Vorhangs. Ich selbst organisierte von 1998 bis 2001 Europäische Jugendcamps, an denen rumänische, polnische, tschechische und österreichische Jugendliche teilnahmen. Außerdem erinnere ich mich an eine Wanderung mit dem Namen „Stille Wanderung-Vergebt“.  Eine Performance, in der wir von Wien über Prag nach Berlin wanderten, um rituell die Vergehen der deutschsprachigen Kulturen an der tschechischen Kultur aufzuarbeiten.

Michail Gorbatschow beendete 1990 mit der Zustimmung zur Wiedervereinigung Deutschlands den Kalten Krieg und öffnete den Weg zu einer freien Demokratie in Russland. So kam es, dass um das Jahr 2000 weltweit „abgerüstet“ wurde.

Nelson Mandela wandelte während der 90er Jahre Südafrika vom international geächteten Apartheidstaat zu einem Land mit gleichen Rechten für alle Rassen unter schwarzer Regierung. Er war von 1994 bis 1999 der erste schwarze Präsident von Südafrika.

Indigene Völker in Lateinamerika erkämpften in starken Bewegungen tiefgreifende Verfassungsänderungen in Kolumbien, Peru, Bolivien, Ecuador und Venezuela, durch die spezifische kulturelle Rechte der indigenen Völker anerkannt wurden.

Die Aborigines Australiens verarbeiteten immer mehr das Unrecht, das den „Stolen Generations“ angetan wurde. 1997 wurde ein Regierungsbericht veröffentlicht, der mehr als 1000 Aussagen von geraubten Kindern zusammenfasste. 2008 entschuldigte sich der Premierminister Kevin Rudd in einer historischen Geste bei den Aborigines.

Yitzhak Rabin, Ministerpräsident, Schimon Peres, Außenminister von Israel und der Palästinenserführer Jassir Arafat erhielten 1994 den Friedensnobelpreis. Gemeinsam wollten sie allen Ernstes das Leben der Juden und Araber in ihren Einflussbereichen teilen.

China erlebte die Hochzeit der Öffnung zum Westen. Die Chinesen entwickelten ihren eigenen Weg einer Wohlstandskultur einerseits, suchten andererseits aber auch Kommunikation und Anerkennung durch den Westen.

RUND um den Globus gab es eine Welle der Hoffnung, sodass ganze Kontinente ihre Anstrengungen zur militärischen Selbstverteidigung hintanstellten und überall wurden Netzwerke gebildet, die ein Miteinander in Handel, Reisen, Bildung und Forschung global erleichtern sollten.

Ich werde nicht versuchen auszusprechen, was sich heute im Vergleich zu dieser Zeit ereignet. Mit keinem Wort. Aber, wohl deshalb, habe ich sehr spontan entschieden, im 4. Dreamival den Traum VERZEIHEN KÖNNEN zum Thema zu machen.

Johannes Wohlgenannt
Intendant

Mein Leitsatz für die Organisation und Durchführung dieser Veranstaltungsreihe:
„Der Veranstalter dient dem Künstler, der Künstler dient dem Publikum, zu Konzentration, zu lebendiger Befassung, zur Freude und Recreation aller“.

Johannes Wohlgenannt,
im Juni 2011

 

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