2026

FR 14. Aug. 20:00
Rathaussaal
3970 Weitra, Rathausplatz 1

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Konzert
Mercedes Echerer & Maria Radutu

Gabriel oder Gabrielle?

George Sands Geschichte über Identität und Selbstbestimmung.
Poetisch. Rebellisch. Zeitlos.
Ein Dialog zwischen Mercedes Echerer und Maria Radutu

George Sands Roman GABRIEL erzählt die Geschichte einer jungen Frau, die von liebevollen Menschen in einer grotesken Inszenierung ihres Großvaters als Mann erzogen wird. Ein Vermächtnis des Adels, eine gesellschaftliche Fessel – und gleichzeitig ein Schutz vor einer Welt, die Frauen Macht und Selbstbestimmung verwehrt. Gabriel wächst in diesem Spannungsfeld zwischen Freiheit und Täuschung auf, zwischen ihrem eigenen Ich und fremden Erwartungen.

Dass die selbst streng erzogene Rebellin ihrer Zeit George Sand diesen Stoff 1839 schrieb, kann man heute als visionär betrachten. Sie stellt Fragen, die uns bis in unsere Gegenwart begleiten: Wer darf bestimmen, wie wir leben? Wie viel Mut braucht es, die eigene Identität zu leben? Und was passiert, wenn gesellschaftliche Rollenbilder dem eigenen Wesen widersprechen?

Schauspielerin Mercedes Echerer und Pianistin Maria Radutu verweben diesen Stoff zu einem außergewöhnlichen Dialog zwischen Literatur und Musik, der den inneren Konflikt der Titelfigur in den Vordergrund rückt. Gabriel /Gabrielle führt ein Doppelleben und verteidigt ihr /sein Recht auf beide Geschlechter:
Meine Seele hat kein Geschlecht!

Maria Radutus ausgewählte Musik limitiert George Sand nicht auf ihren Lebensgefährten Frederic Chopin, sondern bildet mit KomponistInnen wie Schumann, Sibelius oder Ustvolskaya den Resonanzraum zu Echerers Stimme, die George Sands Geschichte von Identität und Selbstbestimmung in unsere Zeit holt.

GABRIEL, ein Dialogroman der französischen Autorin Amantine Aurore Lucile Dupin de Francueil (*1.07.1804 in Paris, † 8. Juni 1876 in Nohant, bekannt unter dem männlichen Pseudonym George Sand) erschien1839 in Fortsetzungen in der Revue des Deux Mondes und 1840 in Buchform.

Der Dialogroman trägt autobiographische Züge. Sand selbst verbrachte sechs Monate im Jahr fernab von ihrem Ehemann und ihren Kindern schreibend in Paris, trug Männerkleidung und verbrachte Zigarren rauchend viele Abende in literarischen Zirkeln. Sand trennte sich später von ihrem Mann, in einer Zeit, in der es noch keine rechtlichen Möglichkeiten einer Scheidung gab, und hatte Liebschaften mit Männern wie Frauen.

Erst 2021 wurde Sands Werk wieder entdeckt. Schauspieler und Regisseur Sébastien Jacobi hat den Text ins Deutsche übersetzt und am Saarländischen Staatstheater auf die Bühne gebracht. Seither wird GABRIEL erfolgreich im Deutschsprachigen Raum auf Theaterbühnen gespielt.

Foto Mercedes Echerer © Fabian Steppan
Foto Maria Radutu © Martin Lugmayr, waldsoft

More:
www.mercedes-echerer.at
www.mariaradutu.com

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